Autorin oder Autor: Elternnetzwerk Magersucht

Das Elternnetzwerk Magersucht e.V. hilft seit 2019: Akuthilfe bei Magersucht durch Online-Elterncoaching!
Unser Angebot: eine in dieser Form einmalige Akuthilfe in Deutschland mit Online-Selbsthilfegruppen durch Eltern für Eltern, mit dem Ziel, die Betroffenen im häuslichen Umfeld zu betreuen.
Unsere Botschaft: Eltern können gemeinsam mit professioneller Unterstützung von Kinder- oder Hausärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychiater:innen selbst aktiv gegen die Krankheit werden können.
Ein frühzeitiges Eingreifen der Eltern verkürzt zudem nicht nur das Leiden der Erkrankten, sondern erhöht auch die Heilungschancen. Die Unterstützung durch andere Eltern, die das gleiche erleben oder erlebt haben, ist eine große Hilfe und Kraftquelle. 
Wir kümmern uns um Familien vor, während und nach stationären Klinik- und/oder Rehabilitationsaufenthalten und geben Hilfestellung im Umgang mit Behörden und sonstigen Institutionen wie Schule oder Jugendamt.
Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin darin, Eltern oder Angehörige von an Magersucht Erkrankten zu ermutigen, eine aktive Rolle bei der Gesundung einzunehmen. Dabei orientiert sich der Verein an Behandlungsansätze, die versuchen stationäre Klinikaufenthalte zu bermeiden und die Eltern als wichtige Stütze im langfristigen Genesungsprozess integrieren:
Betroffene junge Menschen werden kurzfristig zunächst stationär, dann aber anschließend von einem fachkundigen Team – unter Einbindung der Eltern – zu Hause behandelt. Die seit vielen Jahren weltweit eingesetzte Behandlungsmethode Family Based Treatment (FBT) aus den USA oder der Maudsley-Ansatz können so Auswege aus der Anorexie werden. Diese Behandlungskonzepte sind in Deutschland noch wenig verbreitet.
Das Elternnetzwerk Magersucht geht auf eine Initiative von Eltern zurück, die ihren Kindern zu Hause aus der Magersucht helfen konnten und dabei professionell von Therapeuten aus Großbritannien und den USA unterstützt wurden.
Im Zuge der Corona Krise wuchs unser Netzwerk rasant, weil immer mehr Eltern nach Hilfe für ihre an Magersucht erkrankten Kinder und Jugendlichen im häuslichen Umfeld suchten. Die Vereinsgründung 2021 war aus unserer Sicht ein Meilenstein im Hinblick auf alternative Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene in Deutschland. Denn: viele Eltern warten wochenlang auf einen Klinikplatz und sehen zu, wie es ihrem Kind immer schlechter geht.
Unsere wichtigsten Ziele sind die Förderung der Heilungschancen von Kindern und Jugendlichen, die an einer Essstörung, insbesondere Anorexia nervosa, erkrankt oder davon bedroht sind, sowie die Vernetzung von Eltern, Angehörigen und Fachleuten im deutschsprachigen Raum. Wir wollen aktiv daran mitwirken, dass der Ausbau einer bedarfsgerechten Versorgung mit Beratungs- und Therapieeinrichtungen für Menschen mit restriktiven Essstörungen, die nach modernen, evidenzbasierten Methoden arbeiten, in Deutschland vorangebracht wird.

  • Presse­mit­teil­ung 24. Mai 2022 – startsocial-Wettbewerb: Verein Elternnetzwerk Magersucht e. V. in der Bundesauswahl

    Köln, Mai 2022 – Das Elternnetzwerk Magersucht e. V. gehört zu den 25 überzeugendsten sozialen Initiativen des aktuellen Wettbewerbsjahrgangs von startsocial und wird damit voraussichtlich im September 2022 offiziell in Berlin geehrt. Zudem besteht die Chance auf eines von sieben Preisgeldern im Gesamtwert von 35.000 Euro. Das gab startsocial am 18. Mai 2022 schriftlich bekannt. Der seit 2001 jährlich ausgerufene Wettbewerb unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ dient der Förderung des ehrenamtlichen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers Olaf Scholz. Die Bewerbungsphase für das kommende Jahr läuft noch bis zum 30. Juni 2022.

    Vier Monate lang wurde das Elternnetzwerk Magersucht e. V. als eine von insgesamt 100 sozialen Initiativen gefördert. Dazu standen dem Elternnetzwerk unter anderem zwei erfahrene Coaches zur Seite, die dabei halfen, den Verein, der sich damals noch in Gründung befand, zu strukturieren und auf eine gute Basis zu stellen. Zu dem Programm gehörten zudem verschiedene Vorträge und Workshops, die zur Vernetzung mit anderen Initiativen beitrugen.

    Basierend auf den Abschlussberichten der Stipendiaten wählte eine Jury die 25 besten Initiativen aus. Bewertet wurden dabei erzielte Fortschritte, Nachhaltigkeit, Wirksamkeit, Effizienz und Übertragbarkeit. „Den Bericht zu schreiben, war ein Kraftakt“, berichtet Vorstandsmitglied Steffi vom Elternnetzwerk Magersucht e.V. „Schließlich sind wir durch die Krankheit unserer Kinder zuhause und durch unser tagtägliches Engagement in den Online-Elterngruppen schon gut ausgelastet. Umso mehr freuen wir uns über diese hohe Anerkennung auf Bundesebene und die anstehende Preisverleihung mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin.“

    Über das Elternnetzwerk Magersucht e.V.:
    Das Elternnetzwerk Magersucht e. V. bietet Eltern von an Anorexia nervosa erkrankten Kindern und Jugendlichen Akuthilfe in Form von Elterncoaching an. Kern der Arbeit ist das ehrenamtliche Engagement von Eltern für Eltern sowie der Austausch mit Fachpersonen über Behandlungsansätze, die Eltern aktiv einbeziehen. Ziel ist es, die Heilungschancen von an Anorexia nervosa erkrankten Kindern und Jugendlichen zu fördern und Eltern im deutschsprachigen Raum zu vernetzen. Für das Engagement wurde der Verein 2022 mit dem Bundespreis startsocial ausgezeichnet.

    Presseanfragen an:
    presse@elternnetzwerk-magersucht.de

    Interessierte Eltern und Fachleute richten ihre Anfrage an:
    nachricht@elternnetzwerk-magersucht.de

    Postadresse:
    Elternnetzwerk Magersucht e.V.
    Postbox 70332X
    96035 Bamberg

  • Man geht heute davon aus, dass es gut für den Heilungsprozess ist, Bezugspersonen aktiv einzubeziehen

    Man geht heute davon aus, dass es gut für den Heilungsprozess ist, Bezugspersonen aktiv einzubeziehen

    Lies hier den ganzen Bericht:
    https://www.­spektrum.de/­news/essstoerungen-­neue-wege-aus-der-­magersucht/­1812539

    „Während man früher der Meinung war, eine Trennung von Eltern und Kind begünstige die Gesundung, geht man heute davon aus, dass es gut für den Heilungsprozess ist, Bezugspersonen aktiv einzubeziehen. Zu dieser therapeutischen Neuausrichtung hat vor allem der Erfolg der Familienbasierten Therapie (FBT) beigetragen, die primär am Maudsley Hospital in London entwickelt wurde und in den USA bereits vielfach angewandt wird. Die Eltern werden dabei zu ‚Ko-Therapeuten‘ ausgebildet und spielen somit einen wichtigen Part bei der Genesung. Wir entschlossen uns daher, eine neue Therapieform für Kinder und Jugendliche, das so genannte Home Treatment, zu etablieren, bei dem die in der Klinik behandelten Patientinnen möglichst schnell in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren.“
    (Prof. Herpertz-Dahlman)

  • E.A.T.-Team

    E.A.T.-Team

    Keine falsche Versprechen, dass alles wieder gut wird, aber wir viel Raum, um Erfahrungen und Wissen auszutauschen was über die schlimmste Zeit geholfen hat. Von Herzen. Von Eltern für Eltern.

    Du findest die Webseite unter:
    https://eat-team.com

  • FEAST (Families Empowered And Supporting Treatment for Eating Disorders)

    FEAST (Families Empowered And Supporting Treatment for Eating Disorders)

    Du findest FEAST im Internet unter: https://www.feast-ed.org

    Hier drei grundlegende Broschüren mit vielen wertvollen Informationen und Tipps, die ins Deutsche übersetzt wurden:

  • Internationales Eltern-Forum: Around The Dinner Table

    Internationales Eltern-Forum: Around The Dinner Table

    Das Forum wird von Ehrenamtlichen sehr professionell moderiert. Keine Hemmungen, wenn Dein Englisch nicht das Beste ist. Alle Forenteilnehmer und die Moderatoren werden versuchen einfache Sätze zu bilden und die Sprachbarriere für Dich so gering wie möglich zu halten!

    In der Regel erhälst Du schon innerhalb weniger Stunden erste Antworten. ATDT, wie das Forum kurz genannt wird, ist ein Schatz an Hintergrundinformationen, Erfahrungsberichten, gegenseitiger Unterstützung und Motivation.

    Es finden sich hunderte ganz konkrete Tipps zur richtigen Umsetzung von Maudsley- und FBT-Prinzipien im Alltag und am Esstisch. Viele Familien nennen diesen Austausch, der rund um die Uhr verfügbar ist, ihren „Lebensretter“. Du findest das Around The Dinner Table Forum hier: https://www.aroundthedinnertable.org

  • Leseprobe: „FBT überleben“ von Maria Ganci. Nützliche Tipps für Eltern!

    Leseprobe: „FBT überleben“ von Maria Ganci. Nützliche Tipps für Eltern!

    Es enthält viele Tipps, die Eltern für Eltern nützlich sind, wenn sie ihr Kind aufbauend ernähren. 

    Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Genehmigung des Verlages und der Autorin nicht andersweitig veröffentlicht werden.

    Die deutsche Übersetzung des Buches ist bei Amazon als Taschenbuch und eBook erhältlich: https://­www.amazon.de/­gp/product/­B08WCGSKFZ

    • Es ist am besten, abwechslungsreiche und auch angstbesetzte Nahrungsmittel gleich zu Beginn der aufbauenden Ernährung einzubeziehen. Wenn Sie Angstnahrungsmittel erst später einführen, wird es so sein, als würden Sie von vorne beginnen.
    • Tappen Sie nicht in die Falle, dass „gesundes Essen“ Ihr Kind genesen lässt. Magersucht ist im Grunde die Angst vor Lebensmitteln, insbesondere vor hochkalorischen Lebensmitteln. Sie werden wissen, dass sich Ihr Kind erholt hat, wenn es alles ohne Angst essen kann. Ein gutes Zeichen der Genesung ist, wenn es alles essen kann, was es vor der Anorexie gegessen hat.
    • Gewöhnen Sie sich zu den Mahlzeiten nicht an, zu verhandeln, zu überzeugen, Vorträge zu halten oder Logik zu verwenden. Es ist wahrscheinlich, dass es nicht funktioniert, und es ist eine der Taktiken der Magersucht, Zeit während der aufbauenden Ernährung zu verschwenden. Halten Sie sich stattdessen an die direkte Aufforderung (immer und immer wieder), das Essen zu sich zu nehmen, das Sie Ihrem Kind zu den Mahlzeiten geben, da dies die Magersucht zermürbt.
    • Tappen Sie nicht in die Falle, Ihrem Kind etwas zu geben, von dem Sie denken, dass es dies isst. Dies kommt seiner Angst entgegen. Geben Sie ihm, was es braucht, um gesund zu werden.
    • Beziehen Sie Ihr Kind nicht in die Zubereitung, Planung, Kalorienzählung, das Einkaufen oder Entscheidungen in Bezug auf Lebensmittel ein, da sein aktueller Fokus auf der Reduzierung von Kalorien und der Ausklammerung von angstbesetzten Nahrungsmitteln liegt. Stellen Sie das Essen einfach vor Ihr Kind und unterstützen Sie es.
    • Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, wie viel Ihr Kind essen muss, um an Gewicht zuzunehmen, und welche Lebensmittel eine gute Gewichtszunahme bewirken. Während Eltern normalerweise sehr gut wissen, was sie einem gesunden Kind geben sollen, müssen sie schnell lernen, wie viel sie einem hungernden Kind geben müssen.
    • Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind Entscheidungen darüber treffen kann, was es essen soll. Sein Denken ist zu kompromittiert, um dies zu tun, und es wird sich schuldig fühlen, egal wie es sich entscheidet. Es befindet sich in einer Situation, in der es nur verlieren kann und es wird erleichtert sein, wenn jemand die Entscheidungen trifft.
    • Versuchen Sie, nicht über eine gesunde Ernährung zu sprechen, sondern reden Sie über normalisiertes Essen. Normalisiertes Essen ist das, was durchschnittliche gesunde Jugendliche tun – vielfältig, regelmäßig, flexibel, mit Genuss und ohne Angst essen.
    • Versuchen Sie, jegliches Magersuchtverhalten – z. B. Essen in kleine Stücke zerbrechen, mit einem Teelöffel essen usw. – zu den Mahlzeiten so schnell wie möglich zu stoppen, da diese Verhaltensweisen die Magersucht verstärken. Jedes Mal, wenn Sie Ihr Kind über seine Angstgrenze bringen, wird es für es leichter (wie bei einer Konfrontationstherapie).
    • Seien Sie auf Widerstand und einen Kampf gegen die Magersucht vorbereitet. Es wird einen Kampf geben, bis Ihr Kind die Botschaft versteht und glaubt, dass Sie stärker sind als die Magersucht und dass Sie nicht nachgeben, weil Sie nicht zulassen, dass ihm etwas passiert. Die Stärke des Kampfes variiert in jeder Familie in Abhängigkeit von der Stärke der Magersucht, der Persönlichkeit und den Merkmalen Ihres Kindes, vorbestehenden psychischen Problemen wie Angstzuständen und Zwangsstörungen, sowie etwaigen Familiendynamiken. Die Stärke Ihrer Beharrlichkeit muss der Schwere der Krankheit entsprechen, und Ihr Kind wird Ihre Stärke als beruhigend empfinden. Lernen Sie, der Magersucht entschlossen entgegenzutreten.
    • Lassen Sie Ihren Hund beim Essen nicht bei Ihrem Kind sitzen. Viele Haustiere haben die Mahlzeit erhalten, von der Sie dachten, Ihr Kind hätte sie gegessen.
    • Stellen Sie sicher, dass Sie als Eltern eine Einheit bilden und beide auf derselben Seite sind – bezüglich dessen, was Ihr Kind essen muss, dass das Essen aufgegessen werden muss, dass Sie nicht mit der Magersucht verhandeln werden und dass Sie sich gegenseitig unterstützen. Wenn die Magersucht bei einem der Elternteile eine Schwäche feststellt, wird diese ausgenutzt.
    • Seien Sie wachsam, indem Sie mit Ihrem Kind zusammensitzen und es beaufsichtigen, so dass es die gesamte von Ihnen bereitgestellte Mahlzeit zu sich nimmt. Ihr Kind kann Lebensmittel in Ärmeln, in Taschen, in Servietten und an vielen Orten verstecken, die Sie überraschen werden. Es wird alles tun, um das Essen zu vermeiden, wenn ihm die kleinste Chance gegeben wird.
    • Trotz aller Schwierigkeiten: Versuchen Sie alle Mahlzeiten so natürlich wie möglich zu gestalten, indem Sie Familiengespräche führen und für Ablenkung sorgen.

    Merke:

    ✓ Sei zuversichtlich
    ✓ Sei konsequent
    ✓ Zeige Mitgefühl
    ✓ Bleibe ruhig
    ✓ Sei kreativ

    Aus dem Vorwort:

    Dieses Handbuch soll Eltern auf ihrem Weg zur Wiederherstellung der Gesundheit ihres Kindes unterstützen und helfen. Die meisten Eltern werden auf diesem Weg das Gefühl haben, bei stürmischem Wetter durch unbekannte Gewässer zu segeln, in der Hoffnung, ein weit entferntes Ziel zu erreichen. Die meisten Eltern beginnen ihre Reise mit minimalen Segelfähigkeiten und sind voller Zweifel, ob sie ihr Ziel jemals erreichen werden.

    Sie erhalten eine Karte namens familienbasierte Behandlung (FBT), die ihnen ebenfalls fremd ist und die scheinbar seltsame Erziehungspraktiken beschreibt. Diese widersprechen vielen festen Überzeugungen von Eltern, die sich vor der Krankheit ihres Kindes logisch und angenehm anfühlten und die ihren Zweck erfüllten.

    Ihnen wird gesagt, dass die Reise intensiv sein wird und sie sie schnell abschließen müssen, um ihrem Kind die besten Chancen zu geben, das Ziel sicher und bei guter Gesundheit zu erreichen.

    Die FBT-Reise ist in der Tat für die meisten Eltern schwierig, da ihr Kind die Reise nicht mit ihnen antreten möchte und verzweifelt versucht, ihre heldenhaften Bemühungen zu sabotieren.

    Die Eltern müssen ihr ganzes Vertrauen in die Behandlung und in ihre eigenen Fähigkeiten setzen, um ans Ziel zu gelangen. Die Reise ist anspruchsvoll und erfordert all ihre Energie und inneren Ressourcen. Je größer die Bereitschaft ist, sich an die FBT-Karte zu halten, ohne vom Kurs abzuweichen, desto größer ist ihre Chance, das Ziel zu erreichen.

    Die meisten Eltern beenden die Reise trotz aller Hindernisse und stürmischen Wetters auf dem Weg. Wenn sie ihr Ziel erreichen, sind sie dankbar, dass das gesunde Kind, das sie einmal kannten, zurückgekehrt ist. Ihr Leben kann jetzt zur Normalität zurückkehren. Alle Eltern sagen, dass diese Reise die schwierigste war, die sie jemals in ihrem Leben gemacht haben.

    Nur Eltern haben die Entschlossenheit und den Mut, diese Reise zu vollenden, denn es ist ihre Liebe und Bindung zu ihrem Kind, die ihnen die Ausdauer gibt, um erfolgreich zu sein.

  • Startsocial Bundesauswahl: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

    Startsocial Bundesauswahl: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

    Im Juni 2021, bevor überhaupt die offizielle Vereinsgründung abgeschlossen war, hatten wir uns Hals über Kopf in einer Nacht-und-Nebel-Aktion beim startsocial-Wettbewerb beworben und eigentlich nicht wirklich daran geglaubt, dass daraus irgendetwas erwachsen könnte.

    Aber: es kam alles ganz anders. Wir wurden als eine von 100 sozialen Initiativen ausgewählt und erhielten ein 4-monatiges Beratungsstipendium. Unsere beiden versierten und sehr erfahrenen Coaches haben uns geholfen, unseren Verein in der Gründungsphase auf eine gute und solide Basis zu stellen, uns zu strukturieren, zu organisieren und zu professionalisieren.

    In vielen, vielen gemeinsamen Treffen haben wir um finanzielle, inhaltliche, organisatorische und technische Themen gerungen, und schlussendlich geholfen, dass wir das rasante Wachstum des jungen Elternnetzwerkes stemmen können. Zum Wohl all der Eltern und jungen Menschen, die so dringend auf sinnvolle und funktionierende Hilfsangebote angewiesen sind! An vielen Abenden haben wir uns wie ein junges Start-up gefühlt und sind nach den Video-Konferenzen müde aber glücklich ins Bett gefallen.

    Von den vielen hundert Bewerbungen für den Wettbewerb, über die 100 ausgewählten sozialen Initiativen, die das Beratungsstipendium erhalten haben, sind wir nun also in der startsocial-Bundesauswahl gelandet und werden im September von Bundeskanzler Olaf Scholz, der Schirmherr des Wettbewerbs ist, ausgezeichnet. Zusätzlich haben wir noch die Chance auf einen der Geldpreise darunter auch der Sonderpreis des Bundeskanzlers.

    Der Abschlussbericht am Ende der Beratungsphase wurde noch einmal ein Kraftakt, aber wir haben es geschafft den Bericht pünktlich einzureichen! Die Chance auf so viel Publicity für unser Anliegen und auf einen Geldpreis von 5.000 Euro konnten wir uns nicht entgehen lassen!

    Wo immer wir diese Öffentlichkeit in den nächsten Monaten erhalten werden, wir werden auf jeden Fall versuchen, das zu nutzen unsere Kernanliegen dort zu platzieren:

    • Wir benötigen den Ausbau einer bedarfsgerechten Versorgung in Deutschland: Familienbasierte Ansätze zur Behandlung von Essstörungen, wie zum Beispiel der Maudsley Ansatz, müssen für junge erkrankte Menschen und deren Familien flächendeckend zur Verfügung stehen.
    • Präventive Angebote und ein gutes System zur Früherkennung könnten so viele schlimme und schwere Krankheitsverläufe verhindern: Die hohen Prävalenzraten von Esstörungen, die hohe Häufigkeit der Chronifizierung und die furchtbaren Mortalitätsraten sollten uns aufrütteln, dass dies ein Thema ist, das mit hohem Nachdruck in die Schulen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in die Familien und generell in die Öffentlichkeit gehört. Lehrer, Pädagogen, Kinderärzte und alle anderen Fachpersonen, die mit Kindern und jungen Menschen arbeiten, sollten im frühzeitigen Erkennen von Essstörungen und dem schnellen Einleiten hilfreicher Maßnahmen geschult sein. So wie dies in anderen Bereichen in der Jugendarbeit und für andere Erkrankungen wie Diabetes bereits Standard ist.
    • Bei der Behandlung von restriktiven Essstörungen ist Autonomie das Ziel, und nicht der Weg. Im akuten Krankheitszustand kann der junge Mensch die Verantwortung für sein Gewicht, das Essverhalten und in vielen Fällen auch die Bewegung und weitere Lebensbereiche nicht übernehmen. Es ist kein mangelnder Wille oder neurotisches Verhalten. Erst nach der Wiederherstellung des Gewichtes ist es möglich, den Wiedereingliederungsprozess ins Leben zu starten. Eine komplett fehlende Krankheitseinsicht ist eines der Hauptsymptome dieser furchtbaren Art von Erkrankung. Diese simple Erkenntnis, die sich im Ausland aufgrund von Erfahrung und Forschung teilweise schon vor Jahrzehnten durchgesetzt hat, muss endlich auch in unserem Gesundheitssystem ankommen.
    • Oberstes Ziel muss es sein, Klinikaufenthalte zu vermeiden. Die Familie ist der beste Platz für einen erkrankten jungen Menschen, um gesund zu werden. Die Eltern sind nicht das Problem, sondern die größte Ressource wenn das Desaster einer Essstörung über eine Familie hereinbricht.
    • Verschiedenene Eltern brauchen unterschiedlich viel Unterstützung bei diesen Behandlungskonzepten. Generell müssen geeignete Schulungsmethoden für pflegende Angehörige schnell und effizient zur Verfügung stehen, unter Ausschöpfung aller verfügbaren Bildungsmöglichkeiten (Online-Kurse).
    • Erkenntnisse vieler aktueller Forschung (Neurobiologie, Genetik, Makrobiom uvm) müssen publiziert und bekannt werden.
    • Direkte und indirekte Schuldzuweisungen an Eltern, wie sie leider immer noch gang und gebe sind, sind nach dem heutigen Stand der Forschung nicht mehr haltbar und verursachen so viel Leid. Eltern haben nichts falsch gemacht, wenn ihr Kind an einer Essstörung erkrankt. Man muss sie dabei unterstützen, dass sie ihrem Kind helfen können!

    Über startsocial e.V.

    startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements. Die laufende Wettbewerbsrunde steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien und 25 Auszeichnungen, darunter sieben Geldpreise, an herausragende soziale Initiativen. In jeder Wettbewerbsrunde bringen rund 550 Fach- und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches sowie Jurorinnen und Juroren ihr Fachwissen und ihre Erfahrung ein. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und hat bereits über 1.800 soziale Initiativen bei ihrer Weiterentwicklung begleitet und unterstützt. Hauptförderer des Wettbewerbs 2022/23 sind die Unternehmen Allianz Deutschland AG, Deutsche Bank AG, SAP SE, ProSiebenSat.1 Media SE und McKinsey & Company.
    (https://startsocial.de)

  • Startsocial Bundesauswahl: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin (alt)

    Startsocial Bundesauswahl: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin (alt)

    Im Juni 2021, bevor überhaupt die offizielle Vereinsgründung abgeschlossen war, hatten wir uns Hals über Kopf in einer Nacht-und-Nebel-Aktion beim startsocial-Wettbewerb beworben und eigentlich nicht wirklich daran geglaubt, dass daraus irgendetwas erwachsen könnte.

    Über startsocial e.V.

    startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements. Die laufende Wettbewerbsrunde steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien und 25 Auszeichnungen, darunter sieben Geldpreise, an herausragende soziale Initiativen. In jeder Wettbewerbsrunde bringen rund 550 Fach- und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches sowie Jurorinnen und Juroren ihr Fachwissen und ihre Erfahrung ein. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und hat bereits über 1.800 soziale Initiativen bei ihrer Weiterentwicklung begleitet und unterstützt. Hauptförderer des Wettbewerbs 2022/23 sind die Unternehmen Allianz Deutschland AG, Deutsche Bank AG, SAP SE, ProSiebenSat.1 Media SE und McKinsey & Company.
    (https://startsocial.de)

    Aber: es kam alles ganz anders. Wir wurden als eine von 100 sozialen Initiativen ausgewählt und erhielten ein 4-monatiges Beratungsstipendium. Unsere beiden versierten und sehr erfahrenen Coaches haben uns geholfen, unseren Verein in der Gründungsphase auf eine gute und solide Basis zu stellen, uns zu strukturieren, zu organisieren und zu professionalisieren.

    In vielen, vielen gemeinsamen Treffen haben wir um finanzielle, inhaltliche, organisatorische und technische Themen gerungen, und schlussendlich geholfen, dass wir das rasante Wachstum des jungen Elternnetzwerkes stemmen können. Zum Wohl all der Eltern und jungen Menschen, die so dringend auf sinnvolle und funktionierende Hilfsangebote angewiesen sind! An vielen Abenden haben wir uns wie ein junges Start-up gefühlt und sind nach den Video-Konferenzen müde aber glücklich ins Bett gefallen.

    Von den vielen hundert Bewerbungen für den Wettbewerb, über die 100 ausgewählten sozialen Initiativen, die das Beratungsstipendium erhalten haben, sind wir nun also in der startsocial-Bundesauswahl gelandet und werden im September von Bundeskanzler Olaf Scholz, der Schirmherr des Wettbewerbs ist, ausgezeichnet. Zusätzlich haben wir noch die Chance auf einen der Geldpreise darunter auch der Sonderpreis des Bundeskanzlers.

    Der Abschlussbericht am Ende der Beratungsphase wurde noch einmal ein Kraftakt, aber wir haben es geschafft den Bericht pünktlich einzureichen! Die Chance auf so viel Publicity für unser Anliegen und auf einen Geldpreis von 5.000 Euro konnten wir uns nicht entgehen lassen!

    Wo immer wir diese Öffentlichkeit in den nächsten Monaten erhalten werden, wir werden auf jeden Fall versuchen, das zu nutzen unsere Kernanliegen dort zu platzieren:

    • Wir benötigen den Ausbau einer bedarfsgerechten Versorgung in Deutschland: Familienbasierte Ansätze zur Behandlung von Essstörungen, wie zum Beispiel der Maudsley Ansatz, müssen für junge erkrankte Menschen und deren Familien flächendeckend zur Verfügung stehen.
    • Präventive Angebote und ein gutes System zur Früherkennung könnten so viele schlimme und schwere Krankheitsverläufe verhindern: Die hohen Prävalenzraten von Esstörungen, die hohe Häufigkeit der Chronifizierung und die furchtbaren Mortalitätsraten sollten uns aufrütteln, dass dies ein Thema ist, das mit hohem Nachdruck in die Schulen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in die Familien und generell in die Öffentlichkeit gehört. Lehrer, Pädagogen, Kinderärzte und alle anderen Fachpersonen, die mit Kindern und jungen Menschen arbeiten, sollten im frühzeitigen Erkennen von Essstörungen und dem schnellen Einleiten hilfreicher Maßnahmen geschult sein. So wie dies in anderen Bereichen in der Jugendarbeit und für andere Erkrankungen wie Diabetes bereits Standard ist. 
    • Bei der Behandlung von restriktiven Essstörungen ist Autonomie das Ziel, und nicht der Weg. Im akuten Krankheitszustand kann der junge Mensch die Verantwortung für sein Gewicht, das Essverhalten und in vielen Fällen auch die Bewegung  und weitere Lebensbereiche nicht übernehmen. Es ist kein mangelnder Wille oder neurotisches Verhalten. Erst nach der Wiederherstellung des Gewichtes ist es möglich, den Wiedereingliederungsprozess ins Leben zu starten. Eine komplett fehlende Krankheitseinsicht ist eines der Hauptsymptome dieser furchtbaren Art von Erkrankung. Diese simple Erkenntnis, die sich im Ausland aufgrund von Erfahrung und Forschung teilweise schon vor Jahrzehnten durchgesetzt hat, muss endlich auch in unserem Gesundheitssystem ankommen.
    • Oberstes Ziel muss es sein, Klinikaufenthalte zu vermeiden. Die Familie ist der beste Platz für einen erkrankten jungen Menschen, um gesund zu werden. Die Eltern sind nicht das Problem, sondern die größte Ressource wenn das Desaster einer Essstörung über eine Familie hereinbricht.
    • Verschiedenene Eltern brauchen unterschiedlich viel Unterstützung bei diesen Behandlungskonzepten. Generell müssen geeignete Schulungsmethoden für pflegende Angehörige schnell und effizient zur Verfügung stehen, unter Ausschöpfung aller verfügbaren Bildungsmöglichkeiten (Online-Kurse).
    • Erkenntnisse vieler aktueller Forschung (Neurobiologie, Genetik, Makrobiom uvm) müssen publiziert und bekannt werden.
    • Direkte und indirekte Schuldzuweisungen an Eltern, wie sie leider immer noch gang und gebe sind, sind nach dem heutigen Stand der Forschung nicht mehr haltbar und verursachen so viel Leid. Eltern haben nichts falsch gemacht, wenn ihr Kind an einer Essstörung erkrankt. Man muss sie dabei unterstützen, dass sie ihrem Kind helfen können!
  • Ich kann nicht essen, Mama (FamilyNext 06/2021)

    Ich kann nicht essen, Mama (FamilyNext 06/2021)

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