Kategorie: Deutschland
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Linkliste deutschsprachige Webseiten zum Thema FBT
Berichte über Studien und empirische Forschung zum Thema Magersucht und FBT
- aerzteblatt.de | Psychotherapie bei Anorexia Nervosa: Niedrige Rezidivrate bei familienbasierter Therapie
- imabe.org | Studie: Magersucht besser behandelbar bei Einbindung der Familie
- pflegeportal.ch | Familienbasierte Behandlung zeigt bei Anorexia nervosa die beste Wirkung
- spiegel.de | Familientherapie senkt Rückfallgefahr bei Magersucht
- medical-tribune.de | Bei Anorexie im Jugendalter die Familie in die Therapie einbeziehen
- Patrick Pasi und Dagmar Pauli | Systemische Therapien bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Essstörungen
- pflegeboard.ch | Was ist eine familienbasierte Behandlung (FBT) bei Essstörungen?
- charite.de | Famienbasierte Behandlung für Kinder und Jugendliche mit Essstörungen
- wikipedia.de | Maudsley Familientherapie
Sonstige Berichte über FBT
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Paradigmenwechsel: Forschung & Behandlung restriktiver Essstörungen
Zum Beispiel zu genetischen und immunologischen Befunden und zur Bedeutung der Darm-Gehirn-Interaktion bei Anorexia nervosa, die vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft neue Perspektiven eröffnen können.
Hier findest du den Link zum Video!
Hintergründe:
Wesentlich bei modernen familienbasierten Behandlungskonzepten ist die intensive Einbeziehung der Eltern in die Behandlung und Grundlage auf wissenschaftlich-empirischer Forschung und neuer Erkenntnisse aus vielen medizinischen Fachgebieten.
Die deutsche Kinder- und Jugendpsychiatrie hat weltweit eine der längsten stationären Behandlungsdauern, die aber nicht zu besseren Behandlungsergebnissen als in anderen Ländern führt. Es werden daher alternative Behandlungskonzepte wie die tagesklinische Behandlung und das Home treatment aufgezeigt, die aus unserer Sicht effektivere und kostengünstigere Alternativen sind.
(Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V.)Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann ist die Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der RWTH Aachen. Sie forscht bereits seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Essstörungen, vor allem zur kindlichen und adoleszenten Anorexia nervosa und ist Mitautorin der S3-Leitlinie „Essstörungen“. Sie hat die weltweit einzige kontrollierte Studie zur tagesklinischen Behandlung durchgeführt und leitet zurzeit eine ähnlich große Studie zum Vergleich von stationärer bzw. tagesklinischer Behandlung und Home treatment. Ein weiterer Schwerpunkt ist die biologische Forschung bei der AN, wo sie aktuell eine europäische Studie zur Darm-Gehirn-Achse zusammen mit Herrn PD Dr. Jochen Seitz durchführt.
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Elternabende und Lehrerfortbildungen
Wir haben ein Paket für Elternabende und ein Paket für die Lehrerfortbildung geschnürt, die in jeweils 90 Minuten einen Einblick in aktuellen Erkenntnisse rund um die Krankheit Anorexie und aktuell empfohlene Therapieansätze geben.
Lehrkräfte, Medien und Ärzte beschreiben eine augenscheinlich zunehmende Zahl von erkrankten Jugendlichen und gerade Eltern fühlen sich oft hilflos. Eltern, Lehrern und pädagogischen Fachkräften fehlt Wissen, um die Erkrankung Magersucht frühzeitig zu erkennen, um schnell handeln zu können. Wie bei vielen Erkrankungen sind Prävention und Früherkennung ganz entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung.
Es werden relevante Themen für Prävention, wie „Gesunde Ernährung, Sport und Bodyimage“ sowie der Einfluss sozialer Medien in Hinblick auf Essstörungen reflektiert und diskutiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nützliche Adressen und Informationen, die betroffene Eltern auf ihrem schwierigen Weg weiterhelfen können.
Die kompletten Ausschreibungen und weitere Informationen:
Download Ausschreibung Elternabend (PDF) Download Ausschreibung Fortbildung Lehrkräfte (PDF)
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Elternnetzwerk Magersucht gewinnt startsocial Beratungsstipendium
Das Elternnetzwerk überzeugte die Juroren mit einem professionellen Webauftritt und der in Deutschland einmaligen Unterstützung durch eine fast 24/7 online Hilfe für betroffene Eltern.
Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial seit 20 Jahren Beratungsstipendien und 25 Auszeichnungen, darunter sieben Geldpreise, an herausragende soziale Initiativen mit dem Ziel, ehrenamtliches Engagement in Deutschland zu stärken.
In der Bewerbung punktete das Elternnetzwerk Magersucht u.a. mit seinem großen ehrenamtlichen Aufwand, Eltern, Angehörige und Fachleute im deutschsprachigen Raum zu vernetzen und über das Thema Magersucht sowie moderne Behandlungsmethoden aufzuklären.
Die 100 geförderten startsocial Initiativen kommen aus 15 Bundesländern und wurden von unabhängigen Jurorinnen und Juroren aus 236 Bewerbungen ausgewählt.
In jeder Wettbewerbsrunde bringen rund 500 Fach- und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches sowie Jurorinnen und Juroren ihr Know-how ein. Hauptförderer sind die Unternehmen Allianz Deutschland AG, Deutsche Bank AG, SAP SE, ProSiebenSat.1 Media SE und McKinsey & Company. -

Seminar 2022 – Fortbildung Maudsley Methode
Dieses systemische Behandlungsmodell betont die Bedeutung einer guten Kooperation mit Familien, ist stärken- und ressourcenorientiert und will zugleich Eltern als auch die betroffenen Jugendlichen stärken.
In diesem Workshop werden die theoretischen und empirischen Grundlagen des Maudsley Modell von erfahrenen Mitgliedern des Maudsley Centre for Child and Adolescent Eating Disorders/London vorgestellt. Besonderer Wert wird auf die Vermittlung von praktischen Kenntnissen und Behandlungskompetenzen gelegt. Der Workshop gliedert sich in zwei Teile, einen zweitägigen Workshop im Mai und einen weiteren eintägigen vertiefenden Workshop im November, in dem praktische Erfahrungen der TeilnehmerInnen reflektiert und die Umsetzung der Behandlungstechniken vertieft werden.
Das Seminar findet in englischer Sprache statt. Das Helm Stierlin Institut ist eines der führenden Weiterbildungsinstitute für Systemische Therapie und Beratung in Deutschland.
Information und Anmeldung:
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Das Aachener Modell ist HoT!
Frau Herpertz-Dahlmann ist Klinikleiterin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universitätsklinik RWTH Aachen.
2017 begann an der Universitätsklinik RWTH Aachen der Modellversuch „Home treatment bei adoleszenter Magersucht“ (HoT), der sich unter anderem an FBT orientiert. Der Modellversuch wurde von einer Pilotstudie begleitet. Home Treatments sind in vielen Ländern eine stationsersetzende Alternative zur Behandlung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher, bei denen die Indikation für eine stationäre Behandlung vorliegt.
Der Home Treatment-Ansatz ist eine Behandlungsmethode, die den Übergang von der Klinik nach Hause erleichtern soll und die den Patienten und ihren Betreuern (in der Regel die Eltern) mehr und konkretere Unterstützung bietet als bisherige therapeutische Ansätze. Das Ziel ist außerdem, die Reintegration des jungen Menschen mit Magersucht in den Alltag zu unterstützen.
Das (aus unserer Sicht wenig überraschende) Ergebnis der Studie:
- Die Behandlung zu Hause nach einem kurzen stationären Aufenthalt ist für jugendliche Patienten mit Anorexia nervosa machbar und sicher.
- Die Mehrheit der Patienten konnte während einer 1-Jahres-Nachbeobachtung erfolgreich ein gesundes Körpergewicht halten.
- Die Fähigkeiten der Eltern, mit der Essstörung ihres Kindes umzugehen, verbesserten sich signifikant.
- Die Behandlungskosten liegen deutlich unter den Kosten einer klassischen vollstationären Behandlung.
Aufbauend auf den ermutigenden Ergebnissen der Pilotstudie wurde das Aachener Modell als Behandlungsansatz an der RWTH Aachen etabliert:
- Aufgenommen werden können Patienten zwischen 12 und 18 Jahren, die noch eigenständig essen, somatisch stabil sind, nicht mehr als zwei Klinikaufenthalte hinter sich haben und im Umkreis von einer (Auto-)Stunde rund um Aachen wohnen.
- Die Familien müssen bereit sein, sich zu engagieren und mehrere Mahlzeiten täglich konsequent zu überwachen.
- Das Home Treatment beginnt mit einem 8-wöchigen stationären Start, in dem die Patienten stabilisiert werden.
- Eltern lernen bereits in der Klinik mit ihrem Kind zu essen und den Umgang mit für die Krankheit spezifischen Verhaltensweisen.
- Im Anschluss daran geht es direkt nach Hause, mit engmaschiger ambulanter Unterstützung. Bis zu 4x in der Woche besucht ein Team aus Arzt, Krankenschwester, Ergotherapeuten und Ernährungsberater die Familie vor Ort, zuhause. Der Bedarf der einzelnen Kinder und Familien wird individuell ermittelt.
Das große Ziel von Prof. Dr. Beate Herpertz-Dahlmann und ihrem Team in Aachen: die Übertragung dieses innovativen Behandlungskonzeptes in die Regelversorgung. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung der Uniklinik Aachen ein weiteres großes Projekt mit flankierender Studie auf die Beine gestellt, das nun begonnen hat. Das Innovationsfondprojekt „HoT“.
Das Konzept „Home Treatment“ wird an vier weiteren großen Kliniken in NRW durchgeführt und evaluiert, konkret sind das die Uniklinik Münster, die Uniklinik LVR Bochum/Hamm, die LVR Klinik Bonn und die LVR Klinik Viersen. Die Behandlungsteams der jeweiligen Kliniken werden durch die Uniklinik Aachen geschult. Um den Erfolg des Konzeptes zu beurteilen, werden unter anderem die Gewichtsstabilisierung, die Lebensqualität und die Rückfallquote untersucht und mit einer Kontrollgruppen verglichen, die an einer normalen Regelversorgung teilnimmt. Am Projekt beteiligt sind auch mehrere Krankenkassen, z.B. die Techniker Krankenkasse, die DAK und die AOK Rheinland/Hamburg.
Das Forscherteam hat die Hoffnung, dass die gewonnenen Erkenntnisse die Behandlung und Prognose für erkrankte junge Menschen verbessern und zu strukturellen Veränderung und Verbesserungen der allgemeinen Gesundheitsversorgung bei Magersucht-Erkrankungen in Deutschland führen.
Das bereits bestehehende Home Treatment-Programm in Aachen (und somit die weitere Verbreitung sinnvoller Behandlungskonzepte bei Magersucht im deutschsprachigen Raum) kann man mit einer Spende finanziell unterstützen. Wir bringen Therapie ins Kinderzimmer, so ist das Motto der Uniklinik Aachen: https://www.stiftung-universitaetsmedizin-aachen.de/projekte/detail/home-treatment/
Quellen:
- https://www.ukaachen.de/kliniken-institute/klinik-fuer-psychiatrie-psychosomatik-und-psychotherapie-des-kindes-und-jugendalters/alle-beitraege-aus-news/news/hilfe-zuhause-fuer-magersuechtige-kinder-und-jugendliche-neues-innovationsfondsprojekt-mit-rund-2-millionen-euro-gefoerdert/
- https://www.ukaachen.de/fileadmin/files/global/Pressemitteilungen_2017/PM_20170321_Einfuehrung_Home_Treatment_.pdf
- https://www.jara.org/en/research/brain/news/detail/Therapie-Alternative-Anorexia-nervosa
- https://www.jara.org/de/forschung/jara-brain/news/detail/Therapieangebot-Magersucht
- https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/erv.2755
- https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62411-3/fulltext
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Wie es mir heute geht
Damals hat meine Mutter mir, nach monatelangen wenig hilfreichen Klinikaufenthalten, zuhause mit FBT aus der Magersucht herausgeholfen. Ich kann essen, was ich will. Ich kann wieder lachen. Ich habe wieder ein ausgefülltes soziales Leben. Ich finde die richtige Balance im Leben. Ich kann mich annehmen, wie ich bin.
Der Schritt ins Studium, also in die Selbstständigkeit, war ein sehr wichtiger für mich. Natürlich war er mit einer gewissen Spannung verbunden (von meiner Seite, aber auch vonseiten der Familie). Aber ich war mir sicher, dass ich es irgendwie schaffen würde. Mir tat der Abstand zu dem gewohnten Umfeld gut.
In der neuen Großstadt, in der ich nun seit zwei Jahren wohne, weiß so gut wie niemand von meiner Vergangenheit, nur meine engsten Freunde. Nicht, weil ich es verstecken will, oder mich dafür schäme. Aber ich wollte mich davor schützen, ein „Magersuchts-Image“ erfüllen zu müssen. Wenn ich weiß, dass die Menschen, denen ich begegne, nichts von meiner Geschichte und Problematiken wissen, dann fühle ich mich viel freier, „normal“ zu sein.
Natürlich hatte (und habe) ich immer noch gewisse Baustellen. Aber ich habe gemerkt, dass sich diese mit der Zeit ganz automatisch auflösen, ohne dass ich mich groß damit befassen muss. Meistens war es so, dass ich durch „normale Umstände“ zu gesunden Verhaltensweisen gezwungen wurde. Jetzt war es nicht mehr die Mama oder Therapeutin, die mir sagt, was ich machen/unterlassen soll. Sondern es hat sich einfach so „aus dem Leben“ ergeben. Einige Beispiele:
- Letzten Sommer bin ich mit meinem Freund und einigen anderen Freunden auf Urlaub nach Kroatien gefahren. Badeurlaub – das bedeutete für mich, dass ich mir nach vielen Jahren mal wieder einen Bikini kaufen musste (schwierig!!), und dann im Urlaub mich und meinen Körper den anderen zeigen musste. Auch, wenn es herausfordernd war: Es war keine Frage für mich, dass ich das nicht tue. Ich wollte nicht auffallen, indem ich nicht schwimmen ging. Das wäre krankhaft gewesen. Deshalb habe ich mich in den Kampf gestürzt und gewonnen. Nachdem wir nun im Laufe des Jahres öfter schwimmen gegangen sind, bin mittlerweile ICH diejenige, die vorschlägt, zum Baden an den See zu gehen.
- Aufgrund von Corona war ich „gezwungen“, sechs Wochen mit meiner Schwester zusammen zu leben. Eigentlich habe ich mich seit vier Jahren von ihr abgeschirmt, weil sie mir/der Krankheit ein Dorn im Auge war und ich mich immer mit ihr verglichen habe. Aber durch Corona konnte ich ihr nicht ausweichen. Anfangs war das wirklich schwierig. Doch nach einer Woche hat es bei mir „klick“ gemacht und wir haben in der Zeit eine neue Beziehung aufgebaut und uns wieder gefunden. Jetzt habe ich kein Problem mehr, mit meiner Schwester auf engem Raum und auf längere Zeit zusammen zu leben.
- Lange Zeit fiel es mir schwer, zwischendurch eine Kleinigkeit zu essen. Dann aber habe ich angefangen zu realisieren, dass es nur von Vorteil ist, wenn ich z.B. vor meinem Klavierunterricht einen Schokoriegel esse. Dann habe ich viel mehr Kraft und Konzentration beim Spielen und bin mit meinem Ergebnis viel zufriedener. Seitdem ist der Schokoriegel zwischendurch eine Selbstverständlichkeit.
Außerdem ist es die Anerkennung/Wertschätzung, die ich von meinem Freund erfahre, die sehr viel Positives in mir auslöst und dazu führt, dass ich mich selbst besser annehmen und lieben kann.
Ich denke im Laufe der Zeit immer weniger an die Krankheit, weil mich das Leben rundherum ablenkt und auf andere Gedanken bringt. Ich liebe das Leben und meinen Alltag. Es ist schön, mich selbst – also die richtige Amelie – zu erleben und immer mehr aufblühen zu sehen. Die Krankheit bekommt immer weniger Stellenwert und Wichtigkeit.
Mittlerweile verstehe ich, wie wichtig Essen ist, und dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob ich genug esse oder nicht.
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Pilotstudie zur Wirksamkeit von FBT an der Charité in Berlin
Es zeigt, dass in Deutschland sinnvolle und effektive Hilfe für junge Menschen mit einer Essstörung in greifbare Nähe rückt!
Im Rahmen eines klinischen Forschungsprojektes, einer Pilotstudie zur Machbarkeit und Wirksamkeit von FBT, erhalten 15 Familien aus Berlin und dem Umland die Möglichkeit, nach einem zweitägigen Kurzaufenthalt in der Pädiatrie für ein medizinisches assessment, ein Home Treatment unter professioneller Betreuung durchführen zu können. Die wenigen Plätze sind leider nur für Berliner Familien vorgesehen und es müssen eine Reihe von Einschlusskriterien erfüllt sein. Aber dass es diese Studie gibt, gibt Anlass zur Hoffnung!
In Deutschland ist üblich, dass bei einer Erkrankung an Magersucht und bestimmten, weiteren Kriterien (z.B. rapider Gewichtsverlust, gefährliches Untergewicht, fehlende Gewichtszunahme trotz ambulanter Behandlung, ausgeprägte Komorbiditäten) erst eine lange stationäre Behandlung erfolgt und sich dann (erneut) eine ambulante Behandlung anschließt.
Häufig kommt es jedoch nach der stationären Therapie zu einem erneuten Gewichtsverlust, die „Rückfallquote“ bei Anorexie ist bekanntermaßen hoch. Möglicherweise ist dies durch die krankheitsbedingt fehlende Einsicht und Mitarbeit der jungen Patienten bedingt, möglicherweise ist dies auch der nur marginalen Einbeziehung der Eltern in der derzeitigen Standardbehandlung geschuldet.
Die meisten Eltern sind komplett überfordert, wenn ihr Kind wieder nach Hause kommt, da sie keinerlei Strategien und Wissen darüber haben, wie sie ihrem Kind nun helfen können. Oft führt das zu Rückfällen, erneuten Klinikaufenthalten und wenig Chancen auf einen echten und dauerhaften Heilungsprozess.
In der Studie werden langfristig Gewichtsverlauf und weitere Essstörungssymptome, sowie Behandlungszufriedenheit und -kosten dem derzeitigen deutschen Behandlungsstandard gegenübergestellt.
„Durch das Projekt erhoffen wir uns eine signifikante Erweiterung und Verbesserung der Therapieoptionen und -erfolge für unsere jungen Patient*innen mit Magersucht.“
(Dr. Verena Haas, Forschung/Ernährungstherapeutin Charité – Universitätsmedizin Berlin)Fünf erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten erhalten aktuell eine FBT-Ausbildung durch die renommierten Spezialisten Prof. Daniel Le Grange (USA) und Dr. Roslyn Hopf (Deutschland).
Prof. Le Grange ist international renommierter Wissenschaftler, der maßgeblich an der Entwicklung von FBT mitgewirkt hat und bereits viele Studienergebnisse zum Thema FBT veröffentlich hat.
Er und sein Kollege Dr. James Lock sind Begründer des Training Institute for Child and Adolescent Eating Disorders, das in den USA die Ausbildung zum zertifizierten FBT-Therapeuten anbietet.
Prof. Le Grange konnte für das Projekt auch als wissenschaftlicher Kooperationspartner gewonnen werden.
„Als die Kollegen von der Berliner Charité Kontakt mit mir aufgenommen haben mit der Idee, eine Studie zu FBT in Deutschland durchzuführen, war ich sofort begeistert. Denn bislang wurde die Wirksamkeit von FBT noch nicht in einem zentraleuropäischen Land wissenschaftlich untersucht und belegt. Das ist ein wichtiger Schritt, bei dem ich das Berliner Team überaus gerne unterstütze!“
(Prof. Daniel Le Grange)Als weitere Kooperationspartnerin und FBT Ausbilderin konnte Dr. Roslyn Hopf gewonnen werden. Sie erhielt ihre Ausbildung zur FBT Therapeutin bei Prof. Le Grange in Chicago und ist unseres Wissens nach aktuell die einzige zertifizierte FBT-Therapeutin in Deutschland.
Sie forscht und publiziert schon seit langem zum Thema FBT und ist seit 10 Jahren als niedergelassene Psychotherapeutin im Frankfurter Raum tätig.
„Ich freue mich sehr, dass die Charité in Berlin dieses Forschungsprojekt plant, und es bald mehr deutschsprachige FBT-Therapeuten geben wird. Das wird langfristig dazu führen, dass mehr deutsche Familien, deren Kinder eine Essstörung haben, eine alternative Behandlungsmethode in Betracht ziehen können.“
(Dr. Roslyn Hopf)Alle Informationen zu diesem sehr begrüßenswerten Projekt findet man hier:


