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Das Elternnetzwerk Magersucht gehört zu den 25 Initiativen, die in die Bundes-Endauswahl 2021/22 des startsocial-Wettbewerbes gekommen sind. Im September werden wir in Berlin von Olaf Scholz persönlich für unser Engagement ausgezeichnet! Ebenfalls wurde unser Netzwerk für den Deutschen Engagementpreis 2022 nominiert. Jetzt haben wir die Chance, mit unserem Anliegen von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

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Das Elternnetzwerk ist in der Bundes-Endauswahl 2021/22 des startsocial-Wettbewerbes und nominiert für den Deutschen Engagementpreis 2022!

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Hilfreiche Informationen

Familienbasierte Behandlungsansätze

Wie ihr eurer Kind anleitet, um von einer Essstörung vollständig zu genesen

Es gibt viel zu viele Jugendliche, deren Behandlung endet, sobald sie ihr individuelles Normalgewicht (weight restoration) mehr oder weniger wieder erreicht haben. Die Eltern, die (in Phase 1) die Verantwortung für die Ernährung ihres Kindes übernommen und ihr Kind vor übermäßigem Sport und Erbrechen bewahrt haben, werden plötzlich aufgefordert, sich zurückzuziehen.

Die jungen Leute fühlen sich insgeheim wie Versager. Die Mahlzeiten fallen ihnen immer noch schwer, sie haben immer noch zwanghafte Gedanken und fühlen sich immer noch schrecklich in ihrem Körper. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, bedeutet das dann, dass sie ihr Leben lang mit ihrer Essstörung zu kämpfen haben werden? Was fehlt, ist, dass ihnen nie beigebracht wurde, Vertrauen in "normale" Verhaltensweisen zu gewinnen, und dass ihr Gehirn keine Zeit hatte, sich neu zu programmieren.

Stellt Euch Phase 1 so vor, als hätte euer Kind ein gebrochenes Bein in Gips und würde an Krücken gehen. Bevor ihr von eurem Kind erwartet, dass es hüpft und rennt, gibt es eine zweite Phase mit Physiotherapie und sanften Spaziergängen.

"FBT wird oft nur als Phase eins angesehen [...] und das wäre eine Verkennung der Komplexität und der Wichtigkeit der Phasen zwei und drei und der Heranführung der Jugendlichen an einen Punkt, an dem sie nun viel weniger durch die Essstörung belastet sind und ihre eigene Stimme zu hören beginnen und gehört werden und Teil des Behandlungsprozesses sein sollten"
Daniel Le Grange


Phase 2 schlecht gemacht: zu viel Verantwortung zurückgeben, zu früh

Phase 2 kann ernsthaft schief gehen, wenn jungen Menschen gesagt wird, dass sie jetzt ihre eigenen Entscheidungen in Bezug auf Essen oder Bewegung treffen können, obwohl sie eigentlich noch ziemlich verloren und noch nicht so weit sind, dies vernünftig zu tun. In der Zwischenzeit wurden die Eltern entmachtet, so dass die Eltern sich unfähig fühlen, etwas dagegen zu unternehmen, wenn das Kind wieder zu winzigen Mahlzeiten in sein Zimmer verschwindet oder wenn sich alles darauf konzentriert, unter einem bestimmten Gewicht zu bleiben.

Einige Monate später sagen sie, ihr Kind sei "rückfällig" geworden, obwohl die Behandlung in Wirklichkeit nie abgeschlossen wurde. Dies kann passieren, wenn Menschen wegen einer Essstörung aus einer stationären Behandlung entlassen werden.

Stationäre Einrichtungen schließen die Behandlung nicht ab. Das muss in einer normalen häuslichen Umgebung geschehen, und höchstwahrscheinlich wird euer Kind noch eine Weile eure Unterstützung und Betreuung brauchen.

Gewichtswiederherstellung ist nicht genug

Die richtige Wiederherstellung des Gewichts ist für die Genesung notwendig. Aber es ist nicht ausreichend. Euer Kind braucht Phase 2.


Eltern, informiert Euch über Phase 2

Die Ärzte haben vielleicht keine andere Wahl, als euer Kind zu früh zu entlassen, denn viele haben Wartelisten mit sehr verzweifelten jungen Menschen. Oder sie glauben, ihr seid übermäßig ängstlich und sie müssten euch drängen, die Verantwortung für die Genesung eures Kindes abzugeben.

Möglicherweise müsst ihr euch also selbst weiterbilden, entweder um es allein zu schaffen oder um eure Zusammenarbeit mit dem Arzt zu verstärken.


Was ihr lernen könnt

  • wie ihr eurem Kind beibringen könnt, mit Essensportionen und vernünftiger Bewegung umzugehen.
  • wie ihr alle "nicht normalen" Verhaltensweisen, einschließlich Fearfood (angstauslösende Lebensmittel) und beängstigende Situationen, im Auge behalten und daran arbeiten könnt.
  • wie man auf das zurückgreift, "was zuletzt funktioniert hat".
  • wie man kleine Experimente durchführt, um herauszufinden, wie viel Autonomie euer Kind schon hat.
  • intuitives Essen zu verstehen und warum ihr nicht erwarten könnt, dass euer Kind einfach so damit anfängt.
  • wie man mit den Unsicherheiten dieser Phase umgeht, damit man am Ende klug loslassen und sein Leben weiterführen kann, aber auch jederzeit wieder einsteigen kann, wenn es nötig ist.


Wo ihr lernen könnt

 

Originaltitel: Phase 2 - how to guide your child to complete recovery from an eating disorder
Originalfassung: https://anorexiafamily.com/phase-2-complete-eating-disorder-recovery
Mit freundlicher Genehmigung der Autorin

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