Nach der Gewichtswiederherstellung: Die Rolle der Motivation

Motivation ist der Prozess, der zielgerichtetes Verhalten auslöst, steuert und aufrechterhält. An diesem Prozess sind biologische, emotionale, soziale und kognitive Kräfte beteiligt, welche Verhalten aktivieren. Im Grunde ist Motivation das, was uns zum Handeln antreibt. In Bezug auf Essstörungen, bezieht sich der Begriff Motivation im Allgemeinen auf den inneren Antrieb, Genesung zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Da Anosognosie (die Unfähigkeit, eine Erkrankung der eigenen Person wahrzunehmen) ein Hauptsymptom von Anorexia nervosa (AN) ist, haben die meisten Patienten während ihrer Erkrankung wenig oder gar keine Einsicht oder Motivation.

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Setzen wir die Zielgewichte zu niedrig an?

Ich habe auf der kürzlich stattgefundenen International Conference on Eating Disorders in Chicago an einer Plenarsitzung teilgenommen. Das Thema war: Genesung von einer Essstörung. Wie definieren wir sie? Wie sieht sie aus? Und sollte sie immer im Mittelpunkt stehen?

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Phase II erfolgreich bewältigen

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass es bei dem Maudsley-Approach oder bei Family-Based Treatment (FBT) nur um die elterliche Kontrolle der Nahrungsaufnahme geht. Während Phase I von FBT von den Eltern verlangt, die vollständige Verantwortung für die Nahrungsaufnahme ihres kranken Kindes zu übernehmen, um ihm zu helfen, sein Gewicht wiederherzustellen, umfasst FBT auch zwei weitere sehr wichtige Phasen. In Phase II geben die Eltern die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme an ihr Kind zurück, wenn es wieder gesund genug und bereit zu sein scheint, selbständig zu essen. Phase III beinhaltet die Unterstützung des Heranwachsenden bei der Rückkehr zur normalen Entwicklung und beim Aufbau einer gesunden Identität.

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Der Übergang in die Selbständigkeit (in Zeiten von Corona)

2020 war ein Jahr des Umbruchs. Neben allem anderen, womit wir uns beschäftigen mussten, hat jeder Kliniker, mit dem ich gesprochen habe, wahrgenommen, dass die Rate der Essstörungen in die Höhe geschossen ist. Die National Eating Disorders Association meldet einen monatlichen Anstieg der Anrufe bei ihrer Hotline um bis zu 78 %. Der Zugang zur Behandlung ist schwieriger geworden. Social Distancing führt in den Behandlungszentren zu weniger Kapazitäten, und es bilden sich immer längere Wartelisten.

Gleichzeitig hat die Pandemie ideale Bedingungen für Familien geschaffen, um eine familienbasierte Behandlung (FBT) für ihre Teenager mit Essstörungen zu beginnen. Da die Schulen für einen Großteil des Jahres geschlossen waren und die meisten Erwachsenen von zu Hause aus arbeiteten, war es noch nie bequemer, die Mahlzeiten ihrer Kinder mit Essstörung zu verwalten und zu beaufsichtigen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Eltern zur Schule fuhren, um mit ihren Kindern im Auto zu essen.

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Mit AN sprechen

Im Allgemeinen mag ich es nicht besonders, in Bezug auf eine furchtbare Krankheit wie Anorexia nervosa die verharmlosende Bezeichnung AN  zu verwenden, aber es hat sich bei vielen unserer Familien so eingebürgert. Vielleicht erleichtert ihnen dieser geläufige Ausdruck die Auseinandersetzung mit einer Krankheit, die das Leben ihres Kindes - und damit auch ihr eigenes - "gekidnappt" hat und die jedes Gespräch zu Hause dominiert.

Wir lehren die Eltern, die Krankheit zu "externalisieren", das heißt, ihr Kind von der Krankheit zu trennen, um den Eltern zu helfen, zu verstehen, dass ihr Kind sich diesen Zustand nicht ausgesucht hat. Die an Anorexia nervosa (AN) leidende Person ist nicht mehr daran schuld als ihre Eltern oder als eine Person, die Diabetes hat.

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FBT überleben! Tipps, die viele Eltern nützlich finden, wenn sie ihr Kind aufbauend ernähren

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Verlages veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Leseprobe aus dem Buch "FBT überleben" von Maria Ganci. Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Genehmigung des Verlages und der Autorin nicht andersweitig veröffentlicht werden.

Die deutsche Übersetzung des Buches ist bei Amazon als Taschenbuch und eBook erhältlich: https://www.amazon.de/gp/product/B08WCGSKFZ

Tipps, die viele Eltern nützlich finden, wenn sie ihr Kind aufbauend ernähren

  • Es ist am besten, abwechslungsreiche und auch angstbesetzte Nahrungsmittel gleich zu Beginn der aufbauenden Ernährung einzubeziehen. Wenn Sie Angstnahrungsmittel erst später einführen, wird es so sein, als würden Sie von vorne beginnen.

  • Tappen Sie nicht in die Falle, dass "gesundes Essen" Ihr Kind genesen lässt. Magersucht ist im Grunde die Angst vor Lebensmitteln, insbesondere vor hochkalorischen Lebensmitteln. Sie werden wissen, dass sich Ihr Kind erholt hat, wenn es alles ohne Angst essen kann. Ein gutes Zeichen der Genesung ist, wenn es alles essen kann, was es vor der Anorexie gegessen hat.
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Wie bringe ich mein Kind zum Essen?

Es ist nicht so, dass unsere Kinder nicht essen wollen, sie können es nicht.

Eine Essstörung macht Essen wirklich furchtbar. Dein Kind ist nicht stur: Es ist voll von furchteinflößenden Gedanken und Empfindungen, wenn es mit Essen konfrontiert wird. Vielleicht hält Deinem Kind ein "innerer Tyrann" eine Pistole an den Kopf und schikaniert es, um es einzuschüchtern. Solange es nicht isst, verschafft sich Dein Kind eine kurze Pause von der Panik und der Angst, die es fühlt.

Als liebende Mutter oder als liebender Vater kannst Du es Deinem Kind ermöglichen, trotz seiner Angst zu essen.

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