Nach der Gewichtswiederherstellung: Die Rolle der Motivation

Motivation ist der Prozess, der zielgerichtetes Verhalten auslöst, steuert und aufrechterhält. An diesem Prozess sind biologische, emotionale, soziale und kognitive Kräfte beteiligt, welche Verhalten aktivieren. Im Grunde ist Motivation das, was uns zum Handeln antreibt. In Bezug auf Essstörungen, bezieht sich der Begriff Motivation im Allgemeinen auf den inneren Antrieb, Genesung zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Da Anosognosie (die Unfähigkeit, eine Erkrankung der eigenen Person wahrzunehmen) ein Hauptsymptom von Anorexia nervosa (AN) ist, haben die meisten Patienten während ihrer Erkrankung wenig oder gar keine Einsicht oder Motivation.

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Phase II erfolgreich bewältigen

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass es bei dem Maudsley-Approach oder bei Family-Based Treatment (FBT) nur um die elterliche Kontrolle der Nahrungsaufnahme geht. Während Phase I von FBT von den Eltern verlangt, die vollständige Verantwortung für die Nahrungsaufnahme ihres kranken Kindes zu übernehmen, um ihm zu helfen, sein Gewicht wiederherzustellen, umfasst FBT auch zwei weitere sehr wichtige Phasen. In Phase II geben die Eltern die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme an ihr Kind zurück, wenn es wieder gesund genug und bereit zu sein scheint, selbständig zu essen. Phase III beinhaltet die Unterstützung des Heranwachsenden bei der Rückkehr zur normalen Entwicklung und beim Aufbau einer gesunden Identität.

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Kampf, Flucht, Erstarren - Akute Stressreaktion bei der Genesung von Anorexia nervosa

Der menschliche Körper hat sich entwickelt, um sich vor Gefahren zu schützen. Die akute Stressreaktion, auch bekannt als die "Kampf oder Flucht"-Reaktion, beschreibt die physiologische Reaktion des Körpers auf eine wahrgenommene Bedrohung. Als Reaktion auf akuten Stress oder Gefahr wird das sympathische Nervensystem des Körpers durch die plötzliche Ausschüttung von Hormonen aktiviert. Die Nebennieren wiederum schütten Hormone aus, darunter Adrenalin und Noradrenalin, die den Körper auf eine sofortige Aktion vorbereiten, um ein Raubtier abzuwehren ("Kampf") oder vor der Gefahr zu fliehen ("Flucht"). Die "Kampf oder Flucht"-Reaktion umfasst physiologische Symptome, die den Kampf oder die Flucht erleichtern sollen (z. B. schneller Herzschlag, erhöhter Blutdruck, erhöhter Sauerstofffluss zu den Hauptmuskeln, was oft zu Zittern oder Muskelverspannungen führt) sowie eine Veränderung des psychologischen Zustands in Verbindung mit der Wahrnehmung der Bedrohung (Angst, Panik, Aggression, gewalttätige Impulse).

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