Autorin oder Autor: Dr. Sarah Ravin

Dr. Sarah Ravin ist Psychologin in privater Praxis in der Nähe von Miami/USA, die sich auf die familienbasierte Behandlung von Essstörungen bei jungen Menschen spezialisiert hat. Dr. Ravins Blog über Essstörungen und verwandte Themen in der Psychologie ist sehr empfehlenswert. Dr. Ravin ist Beraterin von FEAST.
Wir veröffentlichen hier mit freudlicher Unterstützung der Autorin übersetzte Artikel ihrer Arbeiten.
Sarah Ravins Blog findest du unterhttps://blog.­drsarahravin.­com/

  • Die Rolle der Motivation bei der Behandlung von Magersucht

    Die Rolle der Motivation bei der Behandlung von Magersucht

    Da Anosognosie (die Unfähigkeit, eine Erkrankung der eigenen Person wahrzunehmen) ein Hauptsymptom von Anorexia nervosa (AN) ist, haben die meisten Patienten während ihrer Erkrankung wenig oder gar keine Einsicht oder Motivation.

    Wenn nun eine Person sich selbst nicht als krank wahrnimmt, wird sie auch nicht motiviert sein, wieder gesund zu werden. Wenn eine Person sich selbst als überlegen wahrnimmt, während sie unterernährt, abgemagert und hyperaktiv ist, wird sie wiederum einen hohen Antrieb haben, ihre AN aufrechtzuerhalten.

    Glücklicherweise ist Motivation nicht notwendig, um mit der Genesung von AN zu beginnen. Bei der Familienbasierten Behandlung (FBT) wird Motivation von den Patienten in Phase I (Refeeding und Gewichtswiederherstellung) weder erwartet noch verlangt. Solange die Eltern hoch motiviert sind, ihr Kind wieder gesund zu machen (was bei den meisten Eltern sicherlich der Fall ist), ist eine Motivation des Patienten nicht erforderlich.

    Es gibt zwei Arten von Motivation:

    Extrinsische Motivation ist der Antrieb, eine Tätigkeit auszuführen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Extrinsische Motivation kommt von außerhalb des Individuums. So ist ein Oberstufenschüler beispielsweise motiviert, zu lernen, um gute Noten zu erzielen und zum Studium zugelassen zu werden.

    Intrinsische Motivation ist ein innerer Antrieb, eine Tätigkeit aus persönlichen Gründen auszuführen, welche auf dem Interesse oder der Freude an der Aufgabe selbst beruht. Intrinsische Motivation besteht auch dann, wenn es keine äußere Belohnung gibt. Beispielsweise verbringt eine junge Künstlerin, die leidenschaftlich gerne malt, viele Stunden im Atelier und vertieft sich in ihre Kunst.

    In der Erziehung wird oft schon früh auf extrinsische Motivation gesetzt, um die intrinsische Motivation zu entwickeln. Ein Kleinkind wird motiviert, auf die Toilette zu gehen, indem es zur Belohnung einen Sternaufkleber auf seiner Karte bekommt; ein Vorschulkind wird motiviert, die Regeln der Eltern zu befolgen, um eine Bestrafung zu vermeiden; ein Teenager wird motiviert, zur verabredeten Zeit zu Hause zu sein, um keinen Hausarrest zu bekommen.

    Das oberste Ziel der Erziehung ist natürlich, dass die Kinder zu unabhängigen Erwachsenen heranwachsen, die nicht mehr auf extrinsische Motivation angewiesen sind, um in der Gesellschaft zu bestehen. Schließlich fühlt sich das Kind intrinsisch motiviert, die Toilette zu benutzen, weil es unangenehm ist, in einer schmutzigen Unterhose zu sitzen; es ist freundlich zu seinen Freunden und Geschwistern, weil es moralisch richtig ist und es gute Beziehungen zu ihnen pflegen will; es kommt zu einer angemessenen Zeit nach Hause, damit es gut schlafen kann und am nächsten Tag fit ist.

    In ähnlicher Weise besteht ein langfristiges Ziel der Behandlung von Anorexia nervosa darin, dass die Patientin oder der Patient intrinsisch motiviert ist, gesund zu bleiben und sich zu erholen. Doch während wir darauf warten, dass sich eine intrinsische Motivation entwickelt, ist es völlig in Ordnung und in vielen Fällen sogar absolut notwendig, externe Motivationen zu schaffen, um die Person auf dem Weg zur Genesung vorwärts zu bringen.

    Patienten mit Anorexia nervosa haben in der akuten Krankheitsphase oft keine oder nur eine geringe intrinsische Motivation zur Genesung. Vielmehr sind die meisten Patienten getrieben, ihr Essverhalten fortzusetzen, weil sie durch starke biologische, psychologische und soziale Kräfte dazu gezwungen werden. Aus diesem Grund ist es oft unabdingbar, extrinsische Motivationen zu nutzen, um die Patienten dazu zu bringen, genesungsorientiertes Verhalten an den Tag zu legen, z.B. Mahlzeiten zu essen, Gewicht zuzunehmen, sich nicht zu übergeben und die Termine mit dem Behandlungsteam wahrzunehmen.

    AN-Patienten sind oft gehorsame, regelkonforme Menschen, die es allen recht machen wollen. Wir können diese Eigenschaften positiv nutzen, um die Genesung zu fördern. Häufig berichten Patienten, dass sie essen und zunehmen, um ihre Eltern glücklich zu machen oder um ihren Ärzten zu gefallen. Noch häufiger kommt es vor, dass Patienten sich an die Ernährungsumstellung halten und ihr Idealgewicht beibehalten, um einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden oder den Sport, den sie lieben, weiter betreiben zu können.

    Eltern haben oft Sorgen, dass ihr Kind, wenn es sich selbst überlassen bliebe, sicher zu wenig essen, zu viel Sport treiben, wieder mit dem Erbrechen beginnen und ein weiteres Mal einen Rückschlag erleiden würde. Diese Sorge ist durchaus berechtigt. Genau deshalb brauchen die Patienten lange Zeit nach der Diagnose sehr viel Unterstützung und Überwachung. Im Übrigen besteht dieser Bedarf nach einem hohen Maß an Unterstützung und Überwachung noch viel, viel, viel länger, als es die meisten Behandlungsprogramme vorsehen oder die meisten Versicherungen bezahlen. Einer der Gründe, warum die Patienten so lange viel Unterstützung benötigen, ist, dass eine intrinsische Motivation für die meisten Patienten weder realistisch noch möglich ist, bis sie in der Genesung weiter fortgeschritten sind.

    Während akut erkrankten Patienten oft die Motivation zur Genesung fehlt, sind viele Patienten, die ihr Gewicht wiederhergestellt haben und in ihrer psychologischen Genesung weiter fortgeschritten sind, sehr motiviert, gesund zu bleiben. Meiner Meinung nach gibt es mehrere Gründe für diesen Motivationswandel:

    1. Die Fähigkeit, klarer zu denken, dank eines gut ernährten Gehirns und Körpers.
    2. Reife. Die Patienten werden mit fortschreitender Genesung älter und reifer, und dank eines besser entwickelten präfrontalen Kortex‘ können sie vorausschauend denken, Pläne machen und ihre Absichten durchsetzen.
    3. Perspektive. Patienten in den späteren Phasen der Genesung sind oft durch die Hölle und zurück gegangen. Sie haben sich ihr Leben zurückerobert. Obwohl sie sich vielleicht nicht mehr an die akute Phase ihrer Krankheit erinnern können, wissen sie, dass diese schrecklich war und sie haben nicht die Absicht, dorthin zurückzukehren.
    4. Elterliche Intervention. Eltern, die ihre Kinder bei der Genesung von AN unterstützt haben, sind in der Regel äußerst motiviert, ihnen zu helfen, gesund zu bleiben. Vielleicht noch wichtiger ist, dass die Eltern sich befähigt fühlen, die in der Behandlung erlernten Hilfsmittel und Strategien einzusetzen, um ein Umfeld aufrechtzuerhalten, das der Genesung förderlich ist, und jedem Verhalten, das die Genesung gefährdet, ohne zu zögern Grenzen zu setzen.

    Motivation scheint die natürliche Folge von wiederhergestellter Gesundheit und verbesserter Einsicht zu sein. Sobald ein Jugendlicher oder junger Erwachsener nicht mehr durch die AN belastet ist, beginnt er zu erkennen, wie krank er einst war und wie sehr die AN sein Leben ruiniert hat. Mit der Rückkehr in die Schule, zum Sport, zu Hobbys und zu einem aktiven sozialen Leben beginnt er, sich ein lebenswertes Leben aufzubauen. Dieses neue Leben motiviert ihn, den Genesungsprozess aufrechtzuerhalten. Es hält ihn gleichzeitig davon ab, Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die zu einem Rückfall führen könnten.

    Ich habe festgestellt, dass ältere Jugendliche und junge Erwachsene oft motiviert sind, gesund zu bleiben, um ihre Ziele zu erreichen. Sie wollen zum Beispiel Abitur machen, sie wollen im Ausland studieren, sie wollen heiraten und Kinder haben, sie wollen die Welt bereisen, sie wollen ein reiches und sinnvolles Leben führen, welches nicht von aufdringlichen Gedanken über Kohlenhydrate, Kalorien oder den Umfang ihrer Oberschenkel beherrscht wird.

    Wie kann man nun die Motivation von Menschen, die sich von AN erholen, steigern? Nun, intrinsische Motivation muss per Definition von innen heraus wachsen und gedeihen. Sie kann nicht von außen aufgezwungen werden. Es gibt jedoch einige Dinge, die Familienmitglieder und Ärzte tun können, um die Entwicklung einer intrinsischen Motivation zu fördern:

    Der Person helfen, ein erfülltes, reiches und sinnvolles Leben aufzubauen. Erinnern Sie die Person regelmäßig (nicht aufdringlich oder häufig) daran, dass ihr neues Leben ohne kontinuierliche Genesung nicht möglich wäre. Heben Sie die persönlichen Eigenschaften hervor, die der Person geholfen haben, ihre Genesung zu erreichen und aufrechtzuerhalten (z. B. „Du bist ein so starker, mutiger und engagierter Mensch, dass Du es geschafft hast, diese Krankheit zu überwinden“)

    Helfen Sie der Person, ihre Grundwerte zu erkennen und unterstützen Sie sie dabei, ein Leben zu führen, das mit diesen Werten übereinstimmt. Was ist das Wichtigste im Leben? Wie möchte er von seinen Angehörigen nach seinem Tod in Erinnerung behalten werden? Sofern die Person nicht akut an AN erkrankt ist, wird sie wahrscheinlich nicht sagen, dass es zu ihren Grundwerten gehört, schlank zu sein, übermäßig viel Sport zu treiben oder Zucker und Mehl zu vermeiden.

    Die Konzentration auf die Grundwerte und das Streben nach einem sinnvollen Leben sind starke Motivatoren und wirksame Gegenmittel gegen die anorektischen Gedanken, die Zeit zu Zeit auftauchen werden.

    Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
    https://blog.drsarahravin.com/­eating-disorders/­after-weight-restoration-­the-role-of-motivation

  • Phase II erfolgreich bewältigen

    Phase II erfolgreich bewältigen

    In Phase II geben die Eltern die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme an ihr Kind zurück, wenn es wieder gesund genug und bereit zu sein scheint, selbständig zu essen. Phase III beinhaltet die Unterstützung des Heranwachsenden bei der Rückkehr zur normalen Entwicklung und beim Aufbau einer gesunden Identität.

    Die Wiederherstellung des Gewichts ist ein wesentlicher erster Schritt zur Überwindung von AN, aber es ist nur der erste Schritt. Genauso wichtig ist die Fähigkeit, sich richtig zu ernähren und ein gesundes Gewicht selbständig zu halten. Ohne die Fähigkeit, sich selbständig zu ernähren, sind die Möglichkeiten eingeschränkt und die Lebensqualität wird stark gemindert. Bei der Genesung von einer Essstörung geht es um mehr als nur die Wiederherstellung eines gesunden Körpers – es geht auch um die Wiederherstellung eines gesunden Geistes und eines erfüllten Lebens.

    Phase I ist meist die turbulenteste und anstrengendste Phase für die Familie und die quälendste für die Patientin, aber die Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, ist sehr klar und eindeutig: mehr essen und Gewicht zulegen.

    Phase II hingegen ist viel unklarer. Eltern und Ärzte tun sich schwer damit, festzustellen, wann eine Patientin bereit ist, Phase II zu beginnen. Die Patientin selbst kann gemischte Signale aussenden – sie kann um die Freiheit betteln, in der Schulcafeteria zu mit ihren Freunden zu Mittag zu essen, ist aber eindeutig nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Bissen Nahrung zu sich zu nehmen, der nicht „vorgeschrieben“ und „beaufsichtigt“ ist. Für Außenstehende scheint die Patientin normal zu sein – sie sieht gesund aus, sie verhält sich mehr oder weniger wie ein typischer Teenager (zumindest zwischen den Mahlzeiten), aber der Schein trügt: es gibt einen unverändert wütenden Kampf, der sich in ihrem Kopf abspielt. Immer noch von den magersüchtigen Gedanken und Zwängen gequält, fühlt sie sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, in die Sicherheit des Hungerns zurückzukehren und dem Wunsch, sich kopfüber in das normale Leben zu stürzen, das sie vermisst hat.

    Zur Orientierung, wann dein Kind bereit ist, in Phase II einzutreten, empfehle ich folgende Richtwerte

    • Die Patientin hat ihr Gewicht seit mindestens mehreren Wochen wieder vollständig auf die historische Wachstumskurve gebracht (in Übereinstimmung mit vorhandenen ärztlichen Aufzeichnungen von Perzentilenwerten). Während das FBT-Handbuch (Locke & Le Grange, 2001) empfiehlt, Phase II zu beginnen, wenn der Patient 90 % seines idealen Körpergewichts erreicht hat, habe ich in der Praxis festgestellt, dass die große Mehrheit der Patienten nicht bereit ist, ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren, bevor sie 100 % ihres idealen Körpergewichts erreicht haben. Meiner Erfahrung nach müssen viele Patienten ihr ideales Körpergewicht sogar einige Monate lang halten, bevor sie bereit sind, in Phase II einzutreten.
    • Der Stoffwechsel der Patientin hat sich soweit normalisiert, dass sie keine sehr hochkalorische Ernährung mehr benötigt. Es ist schon schwer genug für die Patientin, sich normal zu ernähren – machen Sie es ihr nicht noch schwerer, indem Sie von ihr erwarten, dass sie sehr kalorienreiche Mahlzeiten verzehrt.
    • Die Patientin zeigt keine essgestörten zwanghaften Verhaltensweisen mehr, wie z. B. Nahrungsrestriktion, Fressattacken mit/ohne Erbrechen, exzessives Sporttraining oder sonstige Versuche, Nahrung durch sich Übergeben, Abführmittel oder Verstecken wieder loszuwerden.
    • Die Patientin isst die gesamte Nahrung, die ihr die Eltern zur Verfügung stellen, in einer angemessenen Zeitspanne und ohne große Angst oder Widerstand. HINWEIS: Die Patientin wird zu diesem Zeitpunkt immer noch eine gewisse Angst vor dem Essen haben – das ist zu erwarten. Der Punkt ist, dass die Patientin in der Lage sein muss, diese Angst zu überwinden und zu essen, was sie braucht, ohne zu kämpfen.
    • Die Familie befindet sich nicht mehr im „Krisenmodus“. Die Eltern fühlen sich zuversichtlich, dass sie ihrem Kind helfen können, die Essstörung zu besiegen, und das Kind hat akzeptiert, dass seine Eltern die Verantwortung übernommen haben.
    • Die Patientin drückt ihre Bereitschaft aus, eine gewisse Kontrolle über ihr Essen zu übernehmen und vertraut darauf, dass sie sich angemessen ernähren kann. HINWEIS: Viele Patienten äußern den Wunsch, die Kontrolle über ihr Essen wiederzuerlangen, lange bevor sie tatsächlich dazu bereit sind. Dieser verfrühte Drang nach Unabhängigkeit kann teilweise durch einen normalen jugendlichen Freiheitsdrang motiviert sein, er kann aber auch motiviert sein durch den Wunsch der Essstörung, sich wieder einzuschränken und Gewicht zu verlieren. Daher ist es ein Fehler, die geäußerte Bereitschaft des Kindes als einziges Kriterium für den Eintritt in Phase II zu verwenden. Vielmehr solltest Du die geäußerte Bereitschaft des Kindes zusätzlich zu den vorherigen Kriterien betrachten.

    Im Folgenden stelle ich eine Reihe allgemeiner Prinzipien vor, die betroffenen Familien dabei helfen können, durch die unruhigen Gewässer der Phase II zu navigieren:

    Habe eine Vision

    Ich beginne Phase II gerne mit einer Vision, wie das Leben der Patientin am Ende von Phase II aussehen wird. Am Ende von Phase II muss die Patientin in der Lage sein, selbständig zu essen und dabei ihr Gewicht zu halten, und zwar auf altersgerechte Weise, im Rahmen ihrer Familie und ihres normalen Lebens.

    Alle Patienten, unabhängig von ihrem Alter, werden in Phase II auf die gleiche Art und Weise essen – mit den Eltern als Kontrolle darüber, was, wann und wie viel sie essen. Das Endziel der Phase II ist jedoch für einen 10-Jährigen anders als für einen 16-Jährigen oder einen 22-Jährigen. Ein guter Anhaltspunkt bei der Erstellung deiner Vision für Phase II ist es, das Ausmaß an Autonomie zu berücksichtigen, welche die Freunde des Patienten in Bezug auf ihr Essen haben.

    Zum Beispiel sollte eine Patientin im Grundschulalter am Ende von Phase II in der Lage sein, mit ihren Freunden in der Schulcafeteria zu Mittag zu essen, von einer Restaurantkarte zu bestellen, ihren eigenen Snack nach der Schule auszuwählen und ihn ohne Aufsicht zu essen. Sie sollte in der Lage sein, ein paar Mahlzeiten und Snacks bei Freunden einzunehmen, wenn sie bei ihnen übernachtet, oder den Tag ohne ihre Eltern auf einem Ausflug zu verbringen. Sie sollte immer noch weitestgehend jeden Tag zusammen mit ihrer Familie die Mahlzeiten einnehmen und das essen, was die Familie isst.

    Am Ende von Phase II sollte eine Patientin im Schulalter in der Lage sein, sich bei Bedarf ein einfaches Frühstück und Mittagessen zuzubereiten, sich beim Abendessen selbst angemessene Portionen zu servieren, gelegentlich eine Mahlzeit in Abwesenheit der Eltern einzunehmen (z. B. allein zu Abend zu essen, wenn die Eltern abends nicht da sind) und mit Freunden essen zu gehen. Regelmäßige Familienmahlzeiten sind für Teenager nach wie vor wichtig, damit die Eltern das Essverhalten ihres Kindes im Auge behalten können, auch wenn das Kind viele seiner Mahlzeiten und Snacks alleine zu sich nimmt.

    Ein junger erwachsener Patient, der sich auf ein unabhängiges Leben vorbereitet, sollte in der Lage sein, seinen Speiseplan zu planen, Lebensmittel einzukaufen, für sich selbst zu kochen und ohne elterliche Aufsicht zu essen.

    Mache kleine Schritte, gehe sehr langsam vor und akzeptiere, dass diese Phase lange dauern wird

    Meiner Erfahrung nach dauert Phase II in der Regel zwischen 3 und 12 Monaten, durchaus auch länger, abhängig von der Schwere der Erkrankung und anderen individuellen Unterschieden.

    Akzeptiere die Tatsache, dass Phase II ein inhärentes (= der Behandlung innewohnendes) Risiko darstellt

    Wie bei vielen Dingen im Leben, ist es mit einem gewissen Risiko verbunden einer genesenden Anorexiekranken mehr Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme zu geben. Es ist wahrscheinlich, dass die Patientin während der Phase II Kämpfe und Rückschläge erleben wird. Versuche, aus diesen Ausrutschern zu lernen und zu wachsen, und helfe deinem Kind, das Gleiche zu tun.

    Denke daran, dass du das Risiko bis zu einem gewissen Grad in den Griff bekommen kannst, indem du sicherstellst, dass die Patientin vor Beginn der Phase II wirklich bereit dafür ist, und indem du sie während dieser Phase genau beobachtest und sie bei Bedarf unterstützt. Ich vergleiche diesen Prozess damit, einem Baby beim Laufenlernen zu helfen. Man wartet, bis es sicher krabbeln kann. Natürlich wird es gelegentlich stolpern und hinfallen, aber es wird jedes Mal, wenn es sich wieder hochzieht, stärker werden. Und du kannst ihm eine weiche, mit Teppich ausgelegte Oberfläche zur Verfügung stellen, auf der es seine Schritte üben kann.


    Lasse die Patientin die Auswahl und Zubereitung ihrer Nahrung unter Aufsicht üben, bevor sie unbeaufsichtigt essen darf

    In der Regel beginne ich Phase II damit, dass ich die Patientin jeden Tag einen Snack unter Aufsicht der Eltern auswählen und zubereiten lasse. Die Eltern beobachten die Essensauswahl des Kindes und leiten es bei Bedarf sanft in die richtige Richtung.

    Nehmen wir zum Beispiel an, das Kind wählt Cracker mit Erdnussbutter und nimmt 4 Cracker mit einer dünnen Schicht Erdnussbutter. Du als Elternteil könntest dann sagen: „Das ist eine gute, ausgewogene Wahl, aber von der Menge her zu noch wenig. Bitte nimm noch zusätzlich 6 Cracker mit mehr Erdnussbutter dazu.“
    Normalerweise verlange ich von einer Patientin, dass sie mindestens eine Woche lang erfolgreich eine Mahlzeit/einen Snack unter Aufsicht zubereitet hat, bevor sie zur nächsten Mahlzeit/zum nächsten Snack übergeht.


    Sei systematisch

    In der Regel leite ich die Patienten an, Phase II zu durchlaufen, indem ich ihnen sukzessive die Kontrolle über eine Mahlzeit nach der anderen zurückgebe. Das heißt, eine Patientin darf erst die nächste Mahlzeit auf der Liste in Angriff nehmen, wenn sie die aktuelle Mahlzeit bzw. den Snack erfolgreich beherrscht.

    Zum Beispiel kann das Kind Phase II damit beginnen, dass es die Kontrolle über seinen Snack während der Schule übernimmt, während die Eltern die Kontrolle über alle anderen Mahlzeiten und Snacks behalten.

    Beurteile den Fortschritt regelmäßig

    Die Patientin sollte in dieser Phase wöchentlich gewogen werden, und die Familienmitglieder sollten ihren mentalen Zustand und ihr Verhalten täglich beobachten. Wenn sie ihr Gewicht im gesunden Bereich hält und ihre Stimmung und ihr Verhalten in Bezug auf das Essen gut sind, dann ist es an der Zeit, zu mehr Unabhängigkeit überzugehen.

    Wenn ihr Gewicht sinkt oder wenn sie eine Zunahme von essgestörtem Verhalten zeigt (auch ohne Gewichtsverlust), dann ist es an der Zeit, dass die Eltern wieder mehr Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme übernehmen.


    Übernimm wieder die Kontrolle, wenn es nötig sein sollte

    Fast jede Patientin hat in dieser Phase ein paar Rückschläge. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, unter Anleitung des Arztes wieder mehr Kontrolle über das Essen der Patientin zu übernehmen, wenn sie nicht in der Lage war, das Essen selbst zu kontrollieren.

    Der Schritt zurück ist eine vorübergehende Maßnahme, um ihr zu helfen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen, und ihr wird die Verantwortung wieder übertragen, wenn sie die Bereitschaft dazu zeigt.


    Manche Patienten brauchen einen sanften Schubs, um vorwärts zu kommen

    Während viele Patienten bereitwillig und zügig die Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme zurückerlangen, bleiben einige übermäßig abhängig von ihren Eltern und haben große Schwierigkeiten, in Phase II vorwärts zu kommen. Dies Sinn, angesichts der Natur der einer Anorexie – von den Eltern gefüttert zu werden ist ein passiver Prozess, der keine Übernahme von Eigenverantwortung beinhaltet.

    Die „Essstörungs-Stimme“ verstummt nach einigen Monaten der des Refeedings, und die Patientin ist in der Lage, ohne allzu große Schuldgefühle gut zu essen, wenn sie „gezwungen“ wird. Das Zubereiten eigenen Essens, die Entscheidung, was man von einer Restaurant-Karte bestellt, oder die Entscheidung, ob man einen Snack zu sich nimmt, wenn niemand zuschaut – all das sind Akte des Widerstands gegen die „Essstörungs-Stimme“. Die Patienten werden mit Angst, Unentschlossenheit und Schuldgefühlen überflutet, wenn die Zeit kommt, diese Entscheidungen zu treffen. Es ist ein beängstigender Schritt für Eltern und Patienten gleichermaßen. Manche Patienten brauchen viel Ermutigung, um in ihrem Essen unabhängiger zu werden. Ich finde es oft hilfreich, den Patienten an die Vorteile zu erinnern, die es mit sich bringt, selbstständig essen zu können, wie z. B. mehr Zeit mit Freunden zu verbringen und andere Aktivitäten außerhalb des Hauses zu unternehmen. Einige jüngere Patienten sprechen gut auf konkrete, kurzfristige Belohnungen für das selbstständige Essen an. Zum Beispiel kann ein Sechstklässler, der eine Woche lang erfolgreich jeden Tag seinen Nachmittagssnack einnimmt, ohne Gewicht zu verlieren, mit einem Kinobesuch belohnt werden.


    Sei realistisch

    Viele Eltern beklagen sich darüber, dass ihr genesendes Kind nicht mehr aus einer Laune heraus Eis essen geht oder in die Küche stürmt, um sich ein paar Kekse zu holen, oder sich großzügig Nachschlag von seinen Lieblingsspeisen nimmt.

    Ich rate Eltern, dass es unrealistisch ist, von einer genesenden Anorexiekranken zu früh zu erwarten, dass sie frei oder spontan isst. Viele Menschen, die sich von AN erholt haben, sind irgendwann in der Lage, wieder intuitiv zu essen, aber erst, wenn es ihnen mindestens schon ein oder zwei Jahre lang gut geht.


    Zwinge Phase II nicht in einen äußeren Zeitrahmen

    Überstürze in dieser Phase nichts, nur damit die Patientin mit ihren Freunden zu Mittag essen kann, wenn das Schuljahr oder Semester beginnt. Der einzige Zeitrahmen, der zählt, ist das Genesungstempo der Patientin, ob er ihr (oder dir) gelegen kommen mag oder nicht.

    Die Genesung eines jeden Menschen schreitet in einem individuellen Tempo voran.


    Denke daran, dass das, was auch immer passiert, nur ein Feedback ist, kein Versagen

    Denke daran, dass die Patientin anfangs wahrscheinlich ziemlich zu kämpfen haben wird. Nach einer Anorexie-Erkrankung wieder zu lernen, wie man sich richtig ernährt, ist eine sehr schwierige Aufgabe. Wenn eine Patientin nicht in der Lage ist, eine Mahlzeit oder einen Snack zu sich zu nehmen, sagt das nichts über ihren Charakter oder ihre Bemühungen oder ihre Prognose für die Genesung aus.

    Es bedeutet einfach, dass sie für diesen Schritt noch nicht bereit ist. Erwarte, dass die Patientin Fehler macht, und hilf ihr, diese zu korrigieren, ohne sie zu tadeln oder zu verurteilen. Denke daran, dass sie das Beste tut, was ihr möglich ist.


    Behalte die Dinge im Blick

    So herausfordernd Phase II auch sein kann, verliere nicht aus den Augen, wie weit dein Kind gekommen ist. Es isst gut, hat ein gesundes Gewicht, ist medizinisch stabil und befindet sich in effektiver Behandlung.

    Ob dein Kind die Phase II schnell durchläuft oder ob es dafür über ein Jahr brauchen wird, spielt langfristig keine große Rolle. Denn es isst ausreichend, es ist körperlich gesund und befindet sich in deiner sicheren Obhut, und wird somit unabhängig von der Dauer der einzelnen Phasen zu guter Letzt wieder vollständig genesen.

    25.07.2012 Dr. Sarah Ravin
    https://blog.drsarahravin.com/eating-disorders/navigating-phase-ii

    Mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung der Autorin.

  • Kampf, Flucht, Erstarren – Akute Stress­reaktion bei der Genesung von Anorexia nervosa

    Kampf, Flucht, Erstarren – Akute Stress­reaktion bei der Genesung von Anorexia nervosa

    Als Reaktion auf akuten Stress oder Gefahr wird das sympathische Nervensystem des Körpers durch die plötzliche Ausschüttung von Hormonen aktiviert. Die Nebennieren wiederum schütten Hormone aus, darunter Adrenalin und Noradrenalin, die den Körper auf eine sofortige Aktion vorbereiten, um ein Raubtier abzuwehren („Kampf“) oder vor der Gefahr zu fliehen („Flucht“). Die „Kampf oder Flucht“-Reaktion umfasst physiologische Symptome, die den Kampf oder die Flucht erleichtern sollen (z. B. schneller Herzschlag, erhöhter Blutdruck, erhöhter Sauerstofffluss zu den Hauptmuskeln, was oft zu Zittern oder Muskelverspannungen führt) sowie eine Veränderung des psychologischen Zustands in Verbindung mit der Wahrnehmung der Bedrohung (Angst, Panik, Aggression, gewalttätige Impulse).

    Die dritte Komponente der akuten Stressreaktion ist das „Einfrieren“ oder die defensive Unbeweglichkeit. Diese Reaktion kann auftreten, wenn eine Gefahr als lebensbedrohlich und unausweichlich wahrgenommen wird. Denken Sie an ein Reh, das im Scheinwerferlicht erstarrt, oder an eine Kakerlake, die auf dem Rücken liegt und den Tod vortäuscht. Ein menschliches Opfer eines körperlichen Angriffs oder eines sexuellen Übergriffs wird eher still und schlaff, anstatt sich zu wehren. Die Erstarrungsreaktion kann dem Opfer in einigen Fällen das Überleben ermöglichen, und in anderen Fällen kann die damit einhergehende Betäubung dem Opfer in den letzten Momenten seines Lebens Schmerzen ersparen.

    Vor Tausenden von Jahren, in der Umwelt unserer Vorfahren, waren wir täglich mit Bedrohungen für unser Überleben konfrontiert: Säbelzahntiger, Mammuts, Kälte, Hunger, kriegerische Stämme. Die akute Stressreaktion war für unser Überleben unerlässlich. In der heutigen Welt sind die meisten Auslöser für Ängste subtiler: öffentlich sprechen müssen, eine Prüfung schreiben, berufliche Unsicherheit, finanzielle Stressfaktoren. Aber unser Körper kennt den Unterschied nicht: Die physiologischen und psychologischen Reaktionen sind heute die gleichen wie vor zehntausenden von Jahren.

    Die Kampf-, Flucht- und Erstarrungsreaktionen werden sofort und ohne bewusste Entscheidung aktiviert. Denken Sie daran, dass sich diese Sofortreaktionen entwickelt haben, um uns vor Gefahren in Situationen zu schützen, in denen uns das Innehalten das Leben kosten könnte. Wir wählen nicht aus, was unser Körper als gefährlich wahrnimmt oder welcher Zweig der akuten Stressreaktion aktiviert wird.

    Die meisten Menschen, die an Anorexia nervosa leiden, haben extreme Ängste vor dem Essen, der Gewichtszunahme oder beidem. Menschen mit Anorexia nervosa, die noch nicht mit dem Genesungsprozess begonnen haben, sind in der Lage, ihre Ängste durch Vermeidung in beherrschbaren Grenzen zu halten: Vermeidung von angstbesetztem Essen, Vermeidung von Sättigungsgefühlen, Vermeidung von Gewichtszunahme, Vermeidung von Waagen, Vermeidung des Zorns der inneren magersüchtigen Stimme durch kompensatorische Verhaltensweisen.

    Die Genesung von Anorexia nervosa verlangt von den Betroffenen, sich diesen Ängsten täglich mehrfach zu stellen. Aus diesen Gründen sind die Körper von Menschen, die sich von Anorexia nervosa erholen, monatelang in einer nahezu konstanten akuten Stressreaktion gefangen. Aus diesem Grund fühlen sich Menschen, die sich von Anorexia nervosa erholen, während der Behandlung in der Regel viel schlechter, als sie sich während der akuten Krankheit gefühlt haben. Die „Kampf, Flucht, Erstarren“-Reaktion erklärt auch die meisten der extremen und verwirrenden Verhaltensweisen, die wir bei Menschen sehen, die sich von Anorexia nervosa erholen.

    Die „Kampf“-Reaktion richtet sich gegen die wahrgenommene Quelle der Bedrohung. Für eine Person mit Anorexia nervosa kann die Quelle der Bedrohung die Person sein, die ihr Essen serviert (z.B. ein Elternteil), ein Mensch, der eine Gewichtszunahme verlangt (z.B. ein Therapeut, Arzt oder Ernährungsberater), oder der eigene sich verändernde Körper der Person. Daher kommt es häufig vor, dass Menschen, die sich von einer Anorexia nervosa erholen, ihre Eltern körperlich oder verbal angreifen, auf ihre professionellen Helfer losgehen und ihre Wut auf ihren eigenen Körper richten, was sich in Selbsthass, Selbstverletzung oder Selbstmordversuchen äußert. Auch das Essen selbst ist eine Quelle der Bedrohung. Die Kampfreaktion auf das Essen kann sich körperlich durch das Werfen von Essen, Tassen oder Tellern äußern, oder sie kann sich emotional als subjektives Gefühl des Hasses auf das Essen manifestieren.

    Die „Flucht“-Reaktion bei Anorexia nervosa beinhaltet die Flucht vor der wahrgenommenen Quelle der Bedrohung. Viele Menschen mit Anorexia nervosa rennen bei den Mahlzeiten oder Snacks vom Tisch weg, schließen sich in ihren Zimmern ein oder laufen stunden- oder tagelang von zu Hause weg, um nicht zu essen. Manche Menschen springen aus fahrenden Autos, verlassen Behandlungstermine vorzeitig oder laufen aus Behandlungszentren weg. In einer subtileren Ausprägung der Fluchtreaktion tun viele Menschen mit Anorexia nervosa ihr Bestes, um die Bezugspersonen zu meiden, die am strengsten sind, wenn es um die Forderung nach vollständiger Ernährung geht, und wenden sich an Bezugspersonen, die nachsichtiger sind.

    Die „Erstarren“-Reaktion beinhaltet eine Form der Untätigkeit oder des inneren Abschaltens. Zum Beispiel zeigen viele Menschen eine Unfähigkeit oder offensichtliche Weigerung, über Essen, Gewicht oder Anorexia nervosa zu sprechen. Andere haben Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung. Manche Menschen erstarren bei den Mahlzeiten geradezu und sind nicht in der Lage oder stundenlang nicht bereit, eine Gabel oder einen Löffel in die Hand zu nehmen. In einigen Fällen macht diese akute Nahrungsverweigerung ein Füttern oder Sonden-Ernährung notwendig. Manche Menschen mit Anorexia nervosa wirken zu den Mahlzeiten oder zu anderen Zeiten, in denen die Stimme der Magersucht besonders stark ist, dissoziiert, „eingefroren“ oder „weggetreten“. Es kommt häufig vor, dass sich Patienten mit Anorexia nervosa während der Therapietermine abkapseln, den Blickkontakt vermeiden und sich nicht auf ein Gespräch mit ihren professionellen Helfern einlassen.

    Diese Kampf-, Flucht- und Erstarrungsverhaltensweisen sind extrem belastend für die Betroffenen und für die Angehörigen, die sie unterstützen. Wenn Sie ein Familienmitglied bei der Genesung von Anorexia nervosa unterstützen, sollten Sie wissen, dass diese geliebte Person es sich nicht ausgesucht hat, auf diese Weise zu handeln oder zu fühlen. Diese Verhaltensweisen sind extrem häufige und vorübergehende Reaktionen auf die starke Angst, die dadurch entsteht, dass man sich mehrmals am Tag seinen schlimmsten Ängsten stellen muss. Die Tatsache, dass die geliebte Person diese akuten Stressreaktionen zeigt, ist ein Beweis dafür, dass seine oder ihre Ängste herausgefordert werden. Wenn eine akute Stressreaktion nicht zu sehen ist, besteht die Chance, dass die Anorexia nervosa nicht ausreichend herausgefordert wird. Was zu einem langwierigen Krankheitsverlauf und einer Verzögerung der Genesung führen kann. Denken Sie daran, den Kurs beizubehalten, weiterhin eine vollwertige Ernährung, eine schnelle und vollständige Wiederherstellung des Gewichts und psychologische Unterstützung zu fordern, unabhängig von den akuten Stressreaktionen, die auftreten.

    Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
    https://blog.­drsarahravin.­com/­eating-disorders/­fight-flight-freeze-­the-acute-stress-­response-in-anorexia-­nervosa-recovery/